23.3. Schwefeltrioxid

Schwefeltrioxid ist eines der beiden Oxide des Schwefels. Es gehört zur Klasse der anorganischen Verbindungen und hat die Formel SO3. Ein anderer Name ist Schwefel–VI–oxid.

Strukturformel von Schwefeltrioxid Schwefeltrioxidmolekül

Bild 1 :
Strukturformel von
Schwefeltrioxid

Bild 2 :
Schwefeltrioxid–Molekül
Schwefeltrioxidmolekül interaktiv

 

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23.3.1. Struktur

Koordination : Im gasförmigen Zustand bildet Schwefeltrioxid Moleküle mit der Formel SO3. Sie sind eben, das Schwefelatom befindet sich im Zentrum, und die 3 Sauerstoffatome sind rund um das Schwefelatom an den Ecken eines gleichseitigen Dreiecks angeordnet. Der Winkel zwischen den Bindungen beträgt genau 120° .

Aggregatzustände : Im festen Zustand sind keine SO3–Moleküle vorhanden. Schwefeltrioxid bildet dann Trimere der Formel S3O9. Daneben bilden sich, sobald Spuren von Wasser mit Schwefeltrioxid zusammen kommen, noch 2 weitere Modifikationen aus.

Im flüssigen Zustand sind sowohl SO3–Moleküle als auch S3O9–Trimere vorhanden. Bei der Umwandlung der Trimeren in SO3–Moleküle wird Energie verbraucht.

S3O9 + 126 kJ 3 SO3

Daher ist der Anteil an SO3–Molekülen umso größer, je höher die Temperatur ist.

23.3.2. Physikalische Eigenscahften und mehr

Schwefeltrioxid kommt in der Natur nicht vor. Man stellt es aus Schwefeldioxid her. Der allergrößte Teil des Schwefeltrioxids wird sofort zu Schwefelsäure weiterverarbeitet.

Pinselstrich
Steckbrief Schwefeltrioxid
Summenformel SO3
Schmelzpunkt 16,86 °C
Siedepunkt 44,45 °C
Dichte, flüssig bei 25 °C 1,903 g/cm3
Aussehen farblos
Geruch stechend
CAS–Nr. 7446–11–9
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23.3.3. Die Kristallstruktur von Schwefeltrioxid

Die bei Raumtemperatur thermodynamisch stabile Modifikation ist γ–SO3. Nur um diese geht es hier. Sie besteht aus Molekülen mit der Formel S3O9.

Molekül von Schwefeltrioxid

Bild 3 : Schwefeltrioxid–Molekül. Farbcodierung :
Schwefel, Sauerstoff.
Daten aus L–313. Bildnachweis.

Kristallstruktur von Schwefeltrioxid

Bild 4 : Schwefeltrioxid–Kristall, Aus­schnitt. Farbcodierung :
Schwefel, Sauerstoff.
Daten aus L–313. Bildnachweis.

Ihre Kristallstruktur wurde bereits 1967 bestimmt (L–313).

Bild 3 zeigt ein Molekül der γ–Modifikation von SO3. Es besteht aus 3 Schwefelatomen und 9 Sauerstoffatomen, hat also die Summenformel S3O9. Die 3 Schwefelatome und 3 der Sauerstoffatome bilden einen Ring. Er ist nicht eben, sondern gewellt (engl. puckered). An jedes Schwefelatom sind 2 weitere Sauerstoffatome gebunden, die außerhalb des Ringes liegen.

Kommt Ihnen die Form des Ringes bekannt vor ? Erinnert er Sie vielleicht an die Sesselform des Cyclohexan–Moleküls ? (→ Bild 6 in Kapitel 4.1.2. über Energie und Bild 7 in Kapitel 8.2.5. über Flüssigkristalle.) Ja, der Ring hat tatsächlich diese Form, und es ist keine Überraschung. Von den Schwefelatonen gehen jeweils 4 Bindungen aus. Es sind also 4 Bindungselektronenpaare (und keine freien Elektronenpaare) vorhanden, und nach dem VSEPR–Modell (→ Kapitel 6.1.1.) ordnen sich diese an den Ecken eines Tetraeders an. Dieselbe Situation liegt im Cyclohexan–Molekül vor – immer bildet sich ein Ring aus 6 Atomen mit tetraedrischer Koordination. Das Ergebnis ist immer ein Sechsring in der Sesselform.

Bild 4 zeigt einen Ausschnitt aus der Kristallstruktur von γ–SO3. Er umfasst 24 S3O9–Moleküle. Die Elementarzelle enthält 4 Moleküle. Bild 4 hat eine Breite von 1,5 Elementarzellen, eine Höhe und Tiefe von je 2 Elementarzellen. Die Moleküle nutzen den Platz so gut wie möglich aus. Wählt man 4 benachbarte Moleküle aus, entsteht schnell der Eindruck, dass je 2 durch Spiegelung auseinander hervorgegangen sind, und je 2 durch Drehungen – und dieser Eindruck ist richtig.

 

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