23.1.8. Die Kristallstruktur von Kohlendioxid

Kohlendioxid ist eines der wichtigsten Nichtmetalloxide. Es gehört zur Klasse der anorganischen Verbindungen und hat die Formel CO2. Ein anderer Name ist Kohlenstoffdioxid.

 

Ansehen : Starten Sie die JSmol–Visualisierung oben durch Anklicken des Links unter Bild 2.

23.1.8.1. Struktur

Kristallstruktur von Kohlendioxid

Bild 3 : Kohlendioxid–Kristall in Kalottendarstellung.

In der JSmol–Visualisierung und in den Bildern 2 und 3 sehen Sie Spalten von Molekülen, die abwechselnd nach rechts oben und nach rechts unten zeigen. Die Moleküle in einer Spalte zeigen abwechselnd nach vorn und nach hinten. Das können Sie besonders gut in der Kalottendarstellung in Bild 3 erkennen.

23.1.8.2. Warum nehmen die Moleküle diese Lage ein ?

Würde man versuchen, die stäbchenförmigen Kohlendioxid–Moleküle möglichst platzsparend anzuordnen, würde man sie nebeneinander wie die Streichhölzer in der Schachtel legen. Bild 4 zeigt eine solche Anordnung. In der zugehörigen JSmol–Visualisierung (Aufruf über den Link unter Bild 4) können Sie sie interaktiv erforschen. Die Moleküle liegen aber nicht so, sondern sind gegeneinander gekippt. Warum ist das so ?

Kohlenstoff hat eine niedrigere Elektronegativität als Sauerstoff. Daher tragen die beiden Sauerstoffatome eine negative Teilladung, das Kohlenstoffatom eine positive Teilladung. Würden die Moleküle nebeneinander liegen, wären auch die Kohlenstoffatome nebeneinander und würden sich aufgrund ihrer Ladung abstoßen. Genauso würden Sauerstoffatome nebeneinander liegen und würden sich abstoßen.

denkbare, aber falsche Kristallstruktur

Bild 4 : So liegen die Kohlendioxid–Moleküle nicht im Kristall.
Diese Anordnung wäre zwar platzsparend, aber die Kohlenstoffatome würden sich wegen ihrer positiven Teilladung abstoßen, ebenso die Sauerstoffatome.

unrealistischer Kohlendioxidkristall interaktiv

Die Moleküle lagern sich also so, dass jedes Kohlenstoffatom einen möglichst großen Abstand von den Kohlenstoffatomen der benachbarten Moleküle hat. Außerdem soll natürlich auch jedes Sauerstoffatom einen möglichst großen Abstand von allen Sauerstoffatomen der umliegenden Moleküle haben. Das Resultat sind die gegeneinander gekippten Moleküle, in den Bildern 2 und 3 zu sehen. Jedes Sauerstoffatom ist von 3 Kohlenstoffatomen der benachbarten Moleküle umgeben, ebenso ist jedes Kohlenstoffatom von Sauerstoffatomen der Nachbarmoleküle umgeben.

23.1.8.3. Trockeneis

Festes Kohlendioxid kann man kaufen. Es heißt Trockeneis und hat eine Temperatur von –78° C. Bei dieser Temperatur sublimiert es. An dem immer noch sehr kalten Kohlendioxid–Gas schlägt sich die Luftfeuchtigkeit nieder, und es bilden sich wallende Nebel, die früher für Theatereffekte benutzt wurden – heute gibt es Besseres.

23.1.8.4. Warum sublimiert Kohlendioxid bei so niedriger Temperatur ?

Zwischen den einzelnen Molekülen wirken nur schwache Kräfte. Dort sind keine Ionen– oder Atombindungen vorhanden, sondern nur so genannte Dipolkräfte (→ Kapitel 5.6.) oder van–der–Waals–Kräfte (→ Kapitel 5.10). Um sie zu überwinden, ist nur wenig Energie nötig, die schon bei –78° aufgebracht werden kann.

23.1.8.5. Physikalische Eigenschaften

Pinselstrich
Steckbrief Kohlendioxid
Summenformel CO2
Sublimationspunkt –78,48 °C
kritische Temperatur 31,0 °C
kritischer Druck 73,9 ⋅ 105 Pa (73,9 bar)
kritische Dichte 0,464 g/cm3
Dichte bei 0 °C und 1 atm 1,9768 g/l
Dichte bei –79 °C (fest) 1,56 g/cm3
Löslichkeit in Wasser  
  bei 20 °C und 1 atm 1,8 g/l
  bei 0 °C und 1 atm 3,4 g/l
CAS–Nr. 124–38–9
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Infobereich

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