Schwefeldioxid ist eines der beiden Oxide des Schwefels. Es gehört zur Klasse der anorganischen Verbindungen und hat die Formel SO2. Ein anderer Name ist SchwefelIVoxid.
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Struktur
Koordination : Das Schwefeldioxidmolekül ist nicht, wie man im ersten Moment vermuten könnte, linear, sondern gewinkelt aufgebaut. Das Schwefelatom befindet sich im Zentrum, die beiden Sauerstoffatome sind an das Schwefelatom gebunden. Die beiden Bindungen bilden einen Winkel von 119,5° .
Ansehen : Starten Sie die JmolVisualisierung durch Anklicken des Schwefeldioxidmoleküls.
Herstellung
Es gibt 3 Arten, wie man Schwefeldioxid herstellen kann.
Man verbrennt Schwefel. Wer jetzt denkt, da werden in einen großen Behälter ein paar Sack Schwefel gekippt und dann angezündet, der liegt total falsch. Natürlich macht man es viel geschickter. Zuerst wird Schwefel auf etwa 150°C erhitzt. Bei dieser Temperatur ist er flüssig. Den flüssigen Schwefel sprüht man mit Hilfe von Düsen in eine Brennkammer. Er bildet dort fein verteilte Tröpfchen, die mit zugeführter Luft sowohl schnell als auch vollständig reagieren, und schon ist das Schwefeldioxid da.
Es läuft die Reaktion S + O2 → SO2 + 297 kJ ab.
Warum ist dieses Verfahren besonders elegant ? Es gibt mehrere Gründe :
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mehreren Patentschriften. Ausgangsstoffe sind schwefelhaltige Erze, in erster Linie Zinkblende, Bleiglanz und Kupferkies (sie enthalten ZnS, PbS und CuFeS2), außerdem Pyrit (FeS2). Aus diesen Erzen möchte man die Metalle Zink, Blei, Kupfer und Eisen gewinnen. Das dazu benutzte Verfahren heißt Rösten. Beim Rösten werden die zu kleinen Brocken gemahlenen Erze in spezielle Öfen gegeben, wo durch Verwirbeln, Rühren oder ähnliche Verfahren dafür gesorgt wird, dass die Erzbrocken ständig in Bewegung bleiben. Nur so kann man erreichen, dass der ganze Brocken reagiert, nicht nur die Oberfläche. Nun wird bei hoher Temperatur (etwa 650°C bis 900°C) Luft eingeblasen, und die Sulfide reagieren.
Folgende Reaktionen laufen ab :
2 ZnS + 3 O2 → 2 ZnO + 2 SO2 + 699 kJ
2 PbS + 3 O2 → 2 PbO + 2 SO2
6 CuFeS2 + 13 O2 → 3 Cu2S + 2 Fe3O4 + 9 SO2
4 FeS2 + 11 O2 → 2 Fe2O3 + 8 SO2 + 3310 kJ
Welche Nachteile hat dieses Verfahren ? Es entsteht bei allen 4 Reaktionen Schwefeldioxid. Einen Haken hat die Sache aber. In der Gleichung steht als einziger gasförmiger Stoff Schwefeldioxid, und man könnte denken, aus den Öfen entweicht nichts anderes als Schwefeldioxid, vielleicht noch etwas unverbrauchte Luft. Das ist aber nicht so. Die entstehenden Gase heißen Röstgas und enthalten 2 Arten von Verunreinigungen :
Die Herstellung von Schwefeldioxid durch Rösten ist ein umständliches, mühseliges und damit auch teures Vorhaben. Der einzige Grund, weshalb man es überhaupt macht, ist, dass das Rösten ja wegen der Metallgewinnung gemacht wird, und Schwefeldioxid als unvermeidliches Abfallprodukt sowieso anfällt.
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Bei vielen chemischen Prozessen entsteht verunreinigte Schwefelsäure. Anstatt dieses Abfallprodukt wegzuschütten, arbeitet man es auf. Dabei erhält man Schwefelsäure und Schwefeldioxid.
Bei der Herstellung von Titandioxid, dem wichtigsten weißen Farbpigment, entstehen große Mengen verdünnter und mit Eisensulfat verunreinigter Schwefelsäure, die sog. Dünnsäure. Früher hat man diese Dünnsäure ins Meer geschüttet, heute zum Glück nicht mehr. Auch beim Recycling von Dünnsäure entstehen Schwefelsäure und Schwefeldioxid.
Beide Verfahren sind energieaufwendig und teuer. Ihre Rechtfertigung erhalten sie nur durch die Vermeidung von Umweltbelastungen.
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mehr
über Titandioxid und seine Herstellung Verwendung
Kurzinfo
zum Konservieren durch Schwefeln
Kritische
Bemerkungen zum Einsatz von Schwefeldioxid im Weinbau
Facharbeit
der Spitzenklasse über das Schwefeln von Wein und vieles, was damit zusammenhängt.Schwefeldioxid in der Umwelt
Es gibt 2 Quellen, aus denen Schwefeldioxid in die Luft gelangen kann. Die eine ist natürlichen Ursprungs. Durch Vulkanausbrüche wird eine große Menge von Schwefeldioxid in die Atmosphäre gebracht. Schätzungen für den weltweiten natürlichen Ausstoß liegen zwischen 2 und 20 Millionen Tonnen pro Jahr.
Die andere Quelle ist anthropogen, d.h. vom Menschen stammend. Es ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe, also von Kohle und Öl. Hier schätzt man, dass pro Jahr weltweit zwischen 80 und 100 Millionen Tonnen Schwefeldioxid entstehen. Das anthropogene Schwefeldioxid macht also den ganz überwiegenden Anteil am Schwefeldioxid in der Atmosphäre aus.
Hier gibt es mehrere Wege. Einmal kann das Schwefeldioxid durch den Regen aus der Atmosphäre ausgewaschen Werden. Das heißt, Schwefeldioxid löst sich in Regentropfen, aber auch in Nebeltröpfchen oder in den Wassertröpfchen der Wolken auf. Sobald die Tropfen auf den Boden fallen, aber auch, wenn sie auf Gebäude fallen oder von Menschen eingeatmet werden, ist das Schwefeldioxid aus der Atmosphäre entfernt. Das heißt aber nicht, dass es nun keine Wirkung mehr hat mehr dazu weiter unten. Diese Vorgänge laufen relativ schnell ab, die Verweilzeit von Schwefeldioxid in der Atmosphäre beträgt nur wenige Tage.
Andererseits kann das Schwefeldioxid zu Schwefelsäure reagieren, die dann mit dem Regen ausgewaschen wird.
Dieser Reaktionsweg ist auf einer
Seite
der Uni Bayreuth ausführlich beschrieben. Neben diesem photochemischen Weg (d.h. er wird durch energiereiche
Strahlung, die in diesem Fall von der Sonne kommt, ausgelöst) ist ein zweiter Weg der Schwefelsäurebildung
möglich. In stark verunreinigter Luft, und besonders im Winter, wenn durch Verbrennung von Kohle und Öl viel
Schwefeldioxid entsteht, sind viele Rußteilchen und schwermetallhaltige Staubteilchen in der Luft. Sie wirken
als Katalysator und beschleunigen die Reaktion von Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid, das dann weiter
zu Schwefelsäure reagiert.
Beide sind Bestandteile des Sauren Regens. Die Auswirkungen des Sauren Regens sind im
Umweltlexikon
online und auf der
Seite
der Uni Bayreuth beschrieben. Dort werden das Waldsterben und Bodenversauerung als Folgen genannt.
Andere Auswirkungen waren weit katastrophaler. Im Dezember 1952 starben bei der
Londoner
SmogKatastrophe etwa 12.000 Menschen. Sie wurde ausgelöst durch ein Zusammentreffen von
einem besonders hohen SchwefeldioxidGehalt der Luft und einer Inversionswetterlage, die dafür sorgte,
dass das Schwefeldioxid weder in höhere Luftschichten aufsteigen konnte noch vom Wind weggeweht wurde.
Diese Katastrophe war des Beginn des Umdenkens im Umgang mit Luftverschmutzung.
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